WAKE UP at "DREAMS" Exhibition, 2026
DE
WAKE UP ist eine Serie aus fünf surrealen Gemälden und drei Skulpturen der Mixed-Media-Künstlerin VANRUP. Ein persönlicher Einblick in die Entstehung der ART FLUX Ausstellung 2026, die Gedanken hinter den Werken und einen künstlerischen Prozess, der zu einer unerwarteten Erkenntnis führte: Aus dem Wunsch, andere zu erinnern, wurde eine Reise zurück zu sich selbst.
EN
Discover WAKE UP, a series of five surreal paintings and three sculptures by mixed-media artist VANRUP. Explore the creative process behind the ART FLUX exhibition, the ideas shaping each artwork, and a personal journey that led to an unexpected realization: What began as an invitation for others to remember became a journey of remembering herself.
WAKE UP
— eine künstlerische Reise zwischen Wahrnehmung, Erinnerung und Veränderung
01 — WHAT YOU SEE
Was du siehst
Was wir sehen, ist nicht immer alles, was existiert.
WAKE UP ist eine Einladung, unserer Wahrnehmung auf eine andere Weise zu begegnen. Fünf Gemälde und drei Skulpturen eröffnen Räume zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, zwischen dem Vertrauten und dem Unbekannten.
Doch die Geschichte dieser Ausstellung begann mit einer ganz anderen Frage.
Was träumen Tiere?
Aus dieser Frage entstand eine Reise durch fünf aufeinanderfolgende Bewusstseinszustände:
I — Open → II — Sense → III — Go inward → IV — Remember → V — Become
Jedes Werk ist Teil eines größeren Zusammenhangs und zugleich eine eigene Welt. Die Gemälde und Skulpturen treten miteinander in Verbindung, überschreiten ihre gewohnten Grenzen und laden dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern sinnlich zu erfahren.
Es geht nicht darum, eine bestimmte Bedeutung zu erkennen. Sondern darum, der eigenen Wahrnehmung Raum zu geben.
I — OPEN (Gemälde)
Where Light Begins
Am Anfang steht die Begegnung mit dem Unbekannten.
Eine Welt öffnet sich, in der das Vertraute auf das Wunderbare trifft. Das Rehkitz verkörpert eine ursprüngliche Offenheit – jenen Zustand, in dem wir unserer Umgebung noch ohne vorgefasste Erwartungen begegnen.
Vielleicht beginnt jede Veränderung mit der Bereitschaft, etwas Neues wahrzunehmen.
I — OPEN (Skulptur)
Das Rehkitz erinnert an eine Form des Vertrauens, die uns einst ganz selbstverständlich erschien.
Mit seiner stillen Präsenz lädt es dazu ein, sich einem Gefühl von Verbundenheit und Unvoreingenommenheit wieder anzunähern.
II — SENSE (Gemälde)
What We Cannot See
Nicht alles, was wir wahrnehmen, lässt sich mit den Augen erkennen.
Die Schleiereule führt uns in eine Welt jenseits des Sichtbaren. Sie steht für Intuition, für die Fähigkeit, sich auch dort zu orientieren, wo Gewissheiten fehlen.
Es ist eine Einladung, dem zu vertrauen, was wir fühlen, bevor wir es verstehen.
II — SENSE (Skulptur)
Die Schleiereule verkörpert das Wahrnehmen jenseits des Offensichtlichen.
Sie erinnert uns daran, dass wir nicht alles sehen müssen, um eine Verbindung zu spüren – und dass sich manches erst offenbart, wenn wir unserer Intuition vertrauen.
III — GO INWARD
What Lies Within
Manchmal führt uns der Weg nach innen.
Inmitten einer bewegten Welt entsteht ein Ort der Stille. Die geöffnete Muschel wird zum Rückzugsraum, in dem die wiederkehrende Frauenfigur ihrer eigenen Innenwelt begegnet.
Nicht um der Welt zu entfliehen, sondern um sich selbst darin wiederzufinden.
IV — REMEMBER
What Was Always There
Was, wenn Erinnern nicht bedeutet, in die Vergangenheit zurückzukehren, sondern etwas wiederzuentdecken, das immer Teil von uns war?
Dieses Werk widmet sich jener leisen Erkenntnis, die nicht aus dem Verstand entsteht, sondern aus einem tiefen Gefühl des Wiedererkennens.
Vielleicht haben wir manches nie wirklich verloren.
V — BECOME (Gemälde)
All That We Are
Alles ist in Bewegung. Alles steht miteinander in Verbindung.
Wie ein Impuls, der sich über das Wasser ausbreitet, hinterlässt jede Begegnung und jede Veränderung ihre Spuren.
Die Libelle steht für Transformation und den Übergang in einen neuen Zustand.
Doch Werden ist kein endgültiges Ziel. Es ist Teil eines fortwährenden Kreislaufs, in dem jedes Ende zugleich einen neuen Anfang ermöglicht.
V — BECOME (Skulptur)
02 — WHAT YOU DON'T SEE
Was du nicht siehst
Was geschieht, bevor ein Kunstwerk sichtbar wird?
WAKE UP begann mit einer einfachen Frage: Was träumen eigentlich Tiere?
Mich faszinierte der Gedanke, dass jedes Lebewesen die Welt auf seine ganz eigene Weise wahrnimmt. Dass hinter dem, was wir von außen erkennen können, eine innere Wirklichkeit existiert, die uns vielleicht für immer verborgen bleibt.
Zunächst wollte ich diesen unsichtbaren Welten eine Form geben.
Doch während der künstlerischen Auseinandersetzung veränderte sich auch meine eigene Perspektive. Die Tiere wurden zu Spiegeln menschlicher Empfindungen. Aus der Frage nach ihren Träumen entstand eine Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Bewusstsein, Erinnerung und Intuition.
Und irgendwann ging es nicht mehr nur darum, was Tiere träumen könnten, sondern auch darum, wie wir selbst unsere Wirklichkeit erfahren.
Der künstlerische Prozess
Die Entwicklung dieser Serie fand nicht ausschließlich auf der Leinwand statt.
Malerei und Skulptur begannen zunehmend miteinander zu verschmelzen. Materialien wurden erforscht, Oberflächen verändert, Formen aufgebaut und Grenzen überschritten.
Die Werke wuchsen durch Entscheidungen, die nicht immer im Voraus feststanden. Oft entstand der nächste Schritt erst während des Arbeitens – aus einer Beobachtung, einer Empfindung oder einem intuitiven Impuls.
Dieser Prozess wurde selbst zu einem Teil dessen, was WAKE UP erzählen möchte.
Denn nicht alles, was entsteht, muss von Anfang an verstanden werden.
Der innere Prozess
Während ich Welten erschuf, die von Wahrnehmung und Erinnerung erzählen, begann ich zugleich, meinen eigenen künstlerischen Weg neu zu betrachten.
Wie viel Raum gebe ich meiner Intuition? Wie oft versuche ich, etwas bereits zu verstehen, bevor ich erlaube, dass es entstehen darf?
Diese Fragen begleiteten mich durch die Arbeit an der Serie.
Was zunächst als künstlerische Auseinandersetzung begann, wurde zu einer persönlichen Erinnerung daran, meiner eigenen Wahrnehmung mehr zu vertrauen.
Vielleicht besteht ein Teil des kreativen Prozesses gerade darin, nicht jede Antwort im Voraus kennen zu müssen.
Und vielleicht liegt darin auch die Verbindung zwischen den Werken und den Menschen, die ihnen begegnen.
Wir alle nehmen die Welt unterschiedlich wahr. Und doch können uns Farben, Formen und Atmosphären auf eine Weise berühren, die keiner Erklärung bedarf.
03 — WHAT REMAINS
Was bleibt
WAKE UP ist kein Abschluss. Es ist ein Anfang.
Was als Frage nach den Träumen der Tiere begann, wurde zu einer Reise durch die eigene Wahrnehmung.
Die fünf Stationen – Open, Sense, Go inward, Remember und Become – beschreiben keinen Weg mit einem endgültigen Ziel.
Sie bilden einen Kreislauf.
Denn mit jeder Veränderung, jeder neuen Erkenntnis und jeder Erfahrung beginnt unsere Wahrnehmung sich erneut zu öffnen.
Open → Sense → Go inward → Remember → Become → Open …
Auch für mich endet dieser Prozess nicht mit der Fertigstellung der Werke oder dem Ende der Ausstellung.
WAKE UP hat mir erneut vor Augen geführt, wie viel entstehen kann, wenn ich meiner Intuition vertraue, dem Unbekannten Raum gebe und erlaube, dass sich eine Idee über ihre ursprünglichen Grenzen hinausentwickelt.
Die entstandenen Werke sind deshalb nicht nur das Ergebnis dieser Reise. Sie sind zugleich der Ausgangspunkt für alles, was noch kommen darf.
Vielleicht ist das, was bleibt, keine endgültige Antwort.
Sondern die Bereitschaft, immer wieder neu zu sehen.
WAKE UP begann mit einer Frage. Was daraus entstand, war keine Antwort, sondern eine andere Art zu sehen.